mein Weg zur Russian Kettlebell Certification 2 - RKC 2 Zertifizierung

RKC 2  Zertifizierung

Die „Russian Kettlebell Challenge“ (RKC) betont körperliche Leistungsfähigkeit, Präzision in der Technik und wie man diese seinen Schülern optimal vermitteln kann.

Die Ausbildung beim RKC ist exzellent und kann nicht „gekauft“ oder durch Anwesenheit „ersessen“ werden. Es reicht auch nicht nur ordentlich zu trainieren, man muss über sich hinaus wachsen, um zu bestehen. Dieser Punkt hat für mich eine starke Anziehungskraft.

Angesichts dieses Zieles scheinen 3 volle Tage wenig, aber nur wer sich intensiv vorbereitet, hat eine Chance zu bestehen.

 

Die Vorbereitung zum RKC

Ich musste feststellen, dass es bei diesem Level an Anforderungen, nicht mehr ratsam ist, sich alleine vorzubereiten. Es ist wie mit dem Spruch „ein Anwalt, der sich selber vertritt, hat einen Esel zum Anwalt ...“. Ich hatte das Glück, das ich Moritz Rammensee von der Kraba München hatte. Er arbeitete meinen Trainingsplan aus und verbesserte meine Technik per Video-Überprüfung. Die neuen Techniken Windmill, Bent-Press, Push-Press und Jerk haben sehr von seinen Tipps und Hinweisen profitiert.

Ich war auf einem guten Weg und der Pull-Up mit 24kg Zusatzgewicht machte Fortschritte. Im Chin-Up konnte ich das schon gut. Da die Schulter meine „Achillesferse“ ist, konnte ich das Gewicht im Pull-up Griff nicht ganz nach oben bewegen.

Irgendwas ist immer ...

Nach guten Fortschritten wurde ich 4 Wochen vor dem RKC krank. Eine simple Erkältung, die aber einfach nicht wegging. Die erste Woche, in der ich nicht trainieren konnte, war noch erträglich. Doch als die zweite Woche anfing, wurde ich immer nervöser. Trotz morgendlicher „Green Smoothies“ mit Zitronen, Limetten, Ingwer sowie mehr Schlaf, wurde ich nicht gesund. Zur Erläuterung, wenn man eine bestimmte Trainingsintensität überschreitet, dann kann auch eine einfacher Erkältung zu gesundheitlichen negativen Folgen führen. Dann sollte man lieber nur etwas an seiner Mobilität arbeiten, aber nicht seinen Puls hochjagen und sich verausgaben.

Am Ende der zweiten Woche lagen meinen Nerven blank, da immer noch keine Besserung in Sicht war. Letztendlich bekam ich Antibiotika. Nach einer weiteren Woche Schonung fühlte ich mich wieder besser. In dem Zeitraum ging mein Gewicht rauf, sodass ich von meinem „Wohlfühlgewicht“ von 94 bis 95kg nach den 3 Wochen bei 98kg lag. Dies gereicht mir dann aber zum Vorteil, da der Pull-Up (Klimmzug) „nur“ mit der 16kg gemacht werden muss, wenn man über 100kg liegt. So war meine letzte Woche, die ich zur Vorbereitung hatte, von exessiven Essen und Trainieren geprägt. Zu meinem Erstaunen nahm ich die ersten Tage sogar noch ab. Der Military-Press wurde immer einfacher. Ich schaffte nun die 40kg nun auch mit meiner schwachen Seite. Der Klimmzug war immer noch schwer und lag mir auf den Magen. So habe ich mich im Schlaf mehr hin und her gewälzt, als mich zu erholen.

Man hätte die Möglichkeit, den Klimmzug an dem Wochenende noch einmal zu wiederholen, aber es ist nicht gut, ins Hintertreffen zu geraten. Es ist psychologisch viel besser, alles gleich zu bestehen. Außerdem gehen 3 Tage Kettlebell bei diesem Niveau an die Substanz, sodass unnötige Anstrengungen zu vermeiden sind.

Mentale Einstellung

Meine Angst vor dem Pull-Up hatte mich erfasst und ich musste sehen, dass ich mir damit nicht mein eigenes Grab schaufel. Wenn andere sagen: „Du schaffst das schon.“ Ist es nicht hilfreich, wenn man selbst nicht an sich glaubt.

So habe ich mich in den letzten Tagen vor der Prüfung mehr mit psychologischen Training, wie Visualisierung und Selbsthypnose beschäftigt. Ich konnte meinen Schlaf verbessern und meine Einstellung zu der Übung verbessern. Ich konzentrierte mich immer wieder auf den Bewegungsablauf und spielte den vor meinem geistigen Auge durch. Ich machte in meinem Geist das, was ich meinen Schülern bei einem Rekordversuch beim Turkish-Getup auf den Weg gebe: „Konzentriere Dich ausschließlich auf die Bewegung, was Du in der Hand hast, ist egal, das ist nur eine Christbaum-Kugel.“

In der letzten Woche bekam ich zusätzlich Massagen von Boris Kämpfe bekommen, den Physiotherapeuten meines Vertrauens. Es ist ein enormer Vorteil, wenn man medizinische Massagen bekommt. Die Regeneration nach einem harten Training geschieht schneller und man kann wesentlich intensiver an seine Grenzen gehen, ohne dafür einen zu hohen Preis zu bezahlen. Wenn Ihr Euch fragen solltet, warum Profi-Sportler so gut sind, könne ein Teil der Antwort auch in einem guten Masseur liegen.

Mit dem vielen Essen und den Massagen kam ich mir ein bisschen wie ein japanisches Kobe-Rind vor. Die Völlerei machte aber nach einigen Tagen keinen Spaß mehr, da es nur darum geht, das Gewichtsziel zu erreichen. Ich freute mich schon auf die Zeit, in der ich mich wieder gesitteter ernähren konnte.

In der Nacht vor dem RKC2 brauchte ich einige Zeit, um in den Schlaf zu kommen. Mit den geistigen Übungen klappte das gut und ich konnte mich schnell in einen entspannten Zustand versetzen. Selbst wenn das Einschlafen im Gegensatz zu sonst, etwas länger gedauert hat.

Der Tag der Wahrheit ...

Beim offiziellen Wiegen am frühen morgen hatte ich mein Ziel über 100kg zu wiegen erreicht. Es war schön bekannte Gesichter vom RKC 1 wieder zu sehen. Es hatte etwas von einem Familien-Treffen. Beim Kettlebell zieht man an einem Strang, da gibt es kein „Futterneid“ und man hilft sich gegenseitig. Dass dabei Geschlecht, Herkunft, Religion, Hautfarbe, etc. keine Rolle spielen, gefällt mir dabei am besten. Es zeigt, das wir alles Menschen sind und Freunde sein können. Aufgeladen mit dieser positiven Energie, ging es dann nach einem selbstständigen kurzen Aufwärmen zur Überprüfung der Teilnahmevoraussetzungen. Angefangen mit der Military-Press mit einer 40kg Kettlebell. Rechts kein Problem und freundlicherweise durfte ich zusätzlich auch einmal mit der linken Seite pressen. Für mich gut zu sehen, dass ich mit meiner schwachen Seite auch einen einwandfreien Press erzielen konnte.

Dann kam es zu meinem persönlichen Showdown mit dem Pull-up. Kugel umgehangen, voll konzentriert ... Aber mir fehlte noch etwas „Drehmoment“ daher habe ich mir dann noch einmal vorher eine ordentliche Backpfeife gegeben, damit ich noch mehr Energie sammeln konnte. Es wirkt auf mich selber immer proletenhaft, aber wenn man das letzte aus sich heraus kitzeln will, kann es ein gutes Mittel sein. Dann bei dem Griff an die Stange war ich nur noch auf die Aufgabe fokussiert. Die Schultern ausgehangen im sogenannten „Dead Hang“. Dann die Schultern in die richtige Position gebracht und ziehen, als wenn man die Stange gegen seinen Brustkorb hauen will. Ich war mit dem Kinn über der Stange und hielt mich oben das Kinn über der Stange. Dachte ich doch ich bekäme einen Wink, wenn es ausreichend wäre - doch nichts war zu sehen. Ich ließ mich herunter - ich war erleichtert, das alles in Ordnung war. Ich hatte meine Angst besiegt! Danach hatte ich das Gefühl, als wenn sich die Welt vor mir neu öffnen würde.
Der anschließende Snatch-Test (100 Snatches innerhalb von 5 Minuten) mit der 24kg Kettlebell lief erwartungsgemäß gut.

Zur Erholung ging Max Shank auf das Risiko Nutzen Verhältnis von einigen Übungen an. Z.B. Snatch VS Swing und wie man mit Positionsänderungen Stehen, Knien, Sitzen noch mehr Stabilität in einigen Bewegungsformen erreichen kann.

Windmill mit Double 32kg KettlebellsDann ein kurzes Komplex-Work-out mit Double Kettlebells. Später die Überprüfung aller RKC 1 Übungen mit zwei Kettlebells (bis auf Turkish-Getup und Snatch).

Die sehr ausführliche Schulung zum Thema Pull-up hat mich besonders fasziniert und ich konnte immer wieder gute Details mitnehmen, an denen ich in den nächsten Monaten arbeiten werde.

Max Shank (Master RKC)

Um nun nicht in einer Aufzahlung des Kursprogramms zu enden, möchte ich auf den „Chef-Trainer“ Master RKC Max Shank eingehen. Er ist ein herausragender Trainer, der ein Röntgenauge für Bewegungsabläufe hat. Er hilft einem das „Warum“ einer Übung zu verstehen, und sich nicht mit dem „Wie“ aufzuhängen. Bei vielen Bewegungen haben die Leute von dem „Wie“ gehört und plappern das munter weiter. Nur wenn man das „Warum“ nicht weiß, übersieht man oft bestimmte, sehr wichtige Punkte. Erst wenn man das „Warum“ einer Übung begriffen hat, leitet sich das „Wie“ daraus ab. So konnte ich für meine Trainingsprogramm-Gestaltung, meine Work-outs und für mein generelles Verständnis von Bewegung, viel verinnerlichen und Bekanntes verfestigen.

Meine Lieblingsanekdote des Lehrganges ist, dass ich den Jerk mit 4kg Kettlebells machen musste. Max sah, dass Kraft nicht mein fehlendes Element ist. Ich konnte den Double-Jerk mit einer 32kg oder 40kg Kettlebell besser machen, als mit einer 24kg. So drückte er mir grinsend zwei 4kg Kettlebells in die Hand und ließ mich die Übung immer wieder machen. Plötzlich begriff ich, um was es eigentlich ging. Wenn sich die Kettlebells vom Arm aufgrund der hohen Beschleunigung lösen, hat man für die Aufwärtsbewegung Kraft verschenkt. Es kommt wie immer auf das richtige Maß an Energie an.

Wer die Chance hat bei Max Shank einen Kurs zu belegen oder mit ihm zu trainieren, sollte das tun. Er ist ein herausragender Lehrer, der direkt zum Kern der Sache dringt und mit einfachen, präzisen Sätzen diesen veranschaulicht. Der Dalai Lama wird mit Worten der Weisheit zum Leben zitiert. Max zeigt denselben Genius in seinen Ausführungen zu Bewegungen.

Als Bonus habe ich zum ersten Mal ein „Bottom-up Press“ mit 30kg geschafft.

Mein Fazit:

von links nach rechts Master RKC Max Shank, RKC 2 Frank Delventhal, RKC 2 Teamleader Moritz RammenseeDie RKC-Kettlebell Gemeinschaft ist eine wie eine Familie, in der man sich wohlfühlt. Der „RKC 2“ ist doppelt so anspruchsvoll wie der „RKC 1“. Wer in seine Fähigkeiten und in sein Bewegungsverständnis investieren möchte, ist mit der Kettlebell Trainerausbildung von HKC über den RKC1 zum RKC2 sehr gut aufgestellt. Ich habe von meinem Weg zum erfolgreichen RKC 2, sehr viel für meine persönliche Entwicklung mitnehmen können. Meine Schüler haben schon von der Vorbereitung auf das Ziel profitiert. Nun werden sie es verstärkt von dem vertieften und neu gewonnenen Wissen tun. Für mich ist der RKC 2 kein Ende, sondern ein Anfang. Bildlich gesprochen habe ich einen Raum verlassen und betrete nun eine neue, eine größere Welt, freudig gespannt, was mich dort erwartet.

Mein Ziel ist es, andere mit auf diese Reise des Verständnisses und Selbstverbesserung zu nehmen. Ich halte Fähigkeiten für die einzige inflationssichere Währung in unserem Leben. Daher ist jeder dazu aufgerufen, sich zu erheben und zu wachsen.

 

Einen besondern Dank

Meiner Frau, die mich trotz meiner teilweise schlechten Laune ertragen hat. Die es auch akzeptiert hat, wenn ich erst einmal eine Stunde trainierne musste, bevor ich für die Familie da sein konnte.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei der Kraba München, die dieses hochkarätige Event ermöglicht hat. Ohne den unermüdlichen Einsatz von Chrissie, Robert, Steven, Moritz und bestimmt noch vielen anderen im Hintergrund, würde es diese Zertifizierung so in Deutschland nicht geben. Die Kettlebell hat in Deutschland sehr viel diesem Einsatz der oben genannten zu verdanken. Ich habe bei Ihnen schon meinen RKC 1, meinen PCC, Primal Move und nun auch den RKC 2 gemacht. Das einzige was ich monieren könnte, ist das ich es immer noch nicht geschafft habe die goldenen Kaffee-Bonus-Karte zu bekommen. ;-)

Einen weiteren Dank noch an Sebastian Müller, in Erfurt der mir damals Mut gemacht hat den HKC zu machen. Damals war ich noch unschlüssig und habe mich nicht ganz getraut.

PS:
Kettlebell eignet sich auch sehr gut zur Fettverbrennung, ich liege nun 3 Tage nach dem RKC schon wieder bei 98kg. Dabei habe ich nun nicht weniger gegessen als normal - also keinen Diät.

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